Physiotherapeut bei den 1. Olympischen Jugend-Winterspielen
16.01.2012
Carsten-Olaf Müller ist als Physio in Innsbruck dabei. Lesen Sie den Bericht aus der Südwest-Presse Ulm vom 12.01.2012.
Autor: Wolfgang Scheerer
Für die 1. Olympischen Jugend-Winterspiele in Innsbruck hat sich auch ein 43-Jähriger qualifiziert - allerdings als Physiotherapeut. Carsten Olaf Müller aus Offenhausen ist von Samstag an in Seefeld im Einsatz.
Ultraläufer und Physiotherapeut: Carsten Olaf Müller mit seiner markanten
lateinischen Tätowierung: "Der Tod ist sicher, die Stunde unsicher." Archivfoto
Carsten Olaf Müller auf seine Arbeit als Physiotherapeut zu beschränken, wäre kurz gegriffen. Sehr kurz. Er treibt die eigene Praxis in Offenhausen um, er ist Ultraläufer (unter anderem mit Sahara-Erfahrung), er ist Stützpunkttrainer und -physio bei den Ulmer Leichtathleten. Jetzt wagt er sich zum ersten Mal ohne Skier in den Schnee: Müller gehört zum Stab der 35 Physiotherapeuten bei den 1. Olympischen Jugendspielen der Wintersportler in Innsbruck von morgen bis zum 22. Januar, die vom Organisationskomitee verpflichtet wurden. Sie stehen, unabhängig von den jeweiligen Mitarbeitern der nationalen Verbände, vor Ort den Athleten zur Verfügung. Das heißt in Carsten Olaf Müllers Fall: "Außenstelle Seefeld."
Die Wettbewerbe im Biathlon, im Langlauf und in der Nordischen Kombination werden hier ausgetragen. Dass die Organisatoren ihm die Mitarbeit anboten, sieht Carsten Olaf Müller als eine "ehrenvolle Aufgabe". Eine Ex-Kollegin, die nach Österreich gezogen ist, hatte ihn empfohlen. "So komme ich zum ersten Mal mit Wintersportlern in Berührung", sagt der 43-Jährige. "Aber Athlet bleibt Athlet. Ob Speerwerfer oder Skispringer, sie alle haben, wenn sie zu uns kommen, ihre Problemchen und Wehwehchen."
Bis zu 300 Athleten werden sich täglich in Training und Wettkampf auf den Anlagen in Seefeld bewegen, so rechnen die Veranstalter. Die Mediziner und Physiotherapeuten des OK "vor Ort" sind als erste gefordert, wenn etwas passiert, es irgendwo zwickt und zieht, ein Tapeverband oder eine schnelle Massage verlangt werden. Müller ist einer von drei deutschen im olympischen Team, aber als erfahrener Physiotherapeut, so genannter "Head Physio" in Seefeld quasi auf sich allein gestellt.
Das schriftliche Akkreditierungsverfahren lief über das Internationale Olympische Komitee (IOC), das NOK Österreichs und das Land Tirol. Eine ganze Menge Papierkram hatte der Marathonmann aus Offenhausen zu erledigen, ehe nun bald die jungen Sportlerinnen und Sportler warten, von denen ganz bestimmt einige bei den Olympischen Spielen 2014 im russischen Sotchi wieder um Medaillen kämpfen werden - dann vielleicht schon mit prominentem Namen.
Zunächst geht es für Müller und die anderen Kollegen am Samstag mit einem Tag im Olympischen Dorf in Innsbruck los, von Sonntag an ist Carsten Olaf Müller dann eine Woche lang in Seefeld und sich sehr sicher: "Da wartet Arbeit. Es wird mir sicher nicht langweilig." Wenn er dann nach all den neuen olympischen Erlebnissen und Eindrücken zurück ist an der Donau, wirds ebenfalls nicht eintönig. Auch hier warten Arbeit, Ausdauertraining und seine Leichtathleten auf ihn. Und Geburtstag hat er zudem noch. Am 27. Januar wird Carsten Olaf Müller 44. Vielleicht ist es für den Mittvierziger erst der Beginn einer olympischen Physio-Karriere.
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